„Ja es ist wieder Zeit für so ein Video.“ Zur audiovisuellen Adressierung und rhetorischen Situation des Rezo-YouTube-Videos „Die Zerstörung der CDU.“

„Ja es ist wieder Zeit für so ein Video.“ Zur audiovisuellen Adressierung und rhetorischen Situation des Rezo-YouTube-Videos „Die Zerstörung der CDU.“

Jasper Stratil

1. „es ist [...] Zeit“ – Einleitung


Das YouTube-Video „Die Zerstörung der CDU.“ wurde am 18. Mai 2019, etwa eine Woche vor der Europawahl, auf dem Kanal „Rezo ja lol ey“ des YouTubers Rezo hochgeladen. Der schnelle Anstieg der Klickzahlen des Videos riss auch in den folgenden Wochen nicht ab – nicht zuletzt durch fortgesetzte Debatten um das Video nach den schwachen Wahlresultaten der drei Regierungsparteien.

Am 9. Juni 2019 war das Video bereits 14.781.025 Mal aufgerufen worden. Ende 2019 wurde es über 16 Millionen Mal angeklickt.

Das 55-Minuten lange Video kritisiert die Politik der CDU/CSU (und auch der SPD), entlang verschiedener Schwerpunkte zur Vermögensverteilung in Deutschland, der Klimakrise, ‚Inkompetenz von bestimmten Politikern‘, Krieg, sowie die Diskreditierung der ‚jungen Generation‘ in Debatten um Fridays for Future und die Verabschiedung von Artikel 13 der EU-Urheberrechtsreform. Schließlich empfiehlt Rezo im Fazit, nicht für die Unionsparteien (kurz CDU), SPD und AFD zu stimmen.


Die unterschiedlichen thematischen Blöcke werden durch Zwischentitel markiert: so wird jeweils der Titel eingeblendet über einer leicht verschwommenen Nahaufnahme Angela Merkels, begleitet von einem wiederkehrenden Musikstück. 

Mit Blick auf die Rede des YouTubers Rezo handelt es sich im Folgenden jedoch nicht um einen Faktencheck. Auch geht es weder um eine Reichweitenstudie noch um Aussagen über Wirksamkeit und den Einfluss auf Wähler*innen.


Abb. 1: Gliederungsstruktur des Videos durch Zwischentitel
Abb. 1: Gliederungsstruktur des Videos durch Zwischentitel

In Abb. 1 zeigen sowohl Höhe, Breite und Farbe der Kästen die Dauer der thematischen Blöcke an.

Vielmehr möchte ich die audiovisuellen Bilder ernst nehmen, ein audiovisuelles Bild des Sprechens, dessen Form, Gestaltung und Diskursivität in den Vordergrund einer Analyse stellen und es dabei nicht bei dem Hinweis auf einen typischen YouTube-Stil belassen. Dabei gehe ich von der (außergewöhnlichen) Rezeption des Videos aus – ohne den medialen Diskurs zum und über das Video umfassend darzulegen.


1.1. Offene Antwort der CDU


Im Zuge rasch wachsender medialer Aufmerksamkeit, reagierten CDU-Politiker zunächst mit ‚Fake News‘- und Pseudofakten-Vorwürfen in Tweets und Pressestatements. Ein eigens produziertes Antwort-Video der Partei wurde nicht veröffentlicht, dafür aber eine „Offene Antwort an Rezo: Wie wir die Sache sehen“ am 23. Mai, wenige Tage vor der Europawahl, plus 12-seitiges PDF auf der CDU-Webseite. Das PDF als Reaktion der CDU richtet nicht nur den Fokus auf die ‚Korrektheit von Fakten‘, sondern versucht ein Wir der CDU als attackierte Gemeinschaft in einer Gegenüberstellung zu profilieren. Es artikuliert sich darin als strategische Rezeption des YouTube-Videos.





„Viele Menschen haben in den vergangenen Tagen über Dein Youtube-Video gesprochen.“ In einer Doppeladressierung richtet sich das Anschreiben an Rezo und eine anonyme Öffentlichkeit, nämlich all diejenigen, die das Video geklickt, gesehen bzw. darüber gesprochen und gelesen haben. Als offener Brief funktioniert das Schreiben als (massenmedialer) öffentlicher Diskurs und reagiert auf die durch das Rezo-Video geschaffene Öffentlichkeit.

Und zwar indem das Video, das als Teil einer „politischen Auseinandersetzung“ verortet wird, in Opposition gesetzt wird zu einem – als ausgreifende, sich erweiternde Bewegung beschworenem – Wir der CDU:

„[A public] exists by virtue of being addressed.“, schreibt Michael Warner (2002: 50). Sie sei „as much notional as empirical“. (51)„[A]ny empirical extension of the public will seem arbitrarily limited because the addressee of public discourse is always yet to be realized. In some contexts of speech and writing, both the rhetorical adressee and the public have a fairly clear empirical referent: in most paper correspondence and e-mail […] The concrete addressee in these cases is different from a public.“ (55)


Über das Video wird geschrieben: „Es spitzt Kritikpunkte zu und verkürzt um zu provozieren.“ (CDU 2019)

Vom „Wir – das sind Hunderttausende Mitglieder, Unterstützer und Millionen von Wählerinnen und Wählern der CDU (CDU 2019) hin zum Wir aus Parteientradition und dem Wir einer Volkspartei, „die allen Wählerinnen und Wählern, – allen Menschen, die in unserem Land leben,“ verpflichtet sei. (CDU 2019) 

Dagegen wird das Rezo-Video indirekt charakterisiert, etwa wenn der Begriff der Zerstörung auf die Nachkriegszeit bezogen als materielle geframed wird: Wir sind entstanden aus den Trümmern eines zerstörten Landes als Union, in der Platz war und ist für Miteinander und für alle, die etwas aufbauen wollen – nicht zerstören.“ (CDU 2019)

Die Gegenüberstellung mündet im Vorwurf des Populismus: Das Video – verkürze und weiter heißt es „Verkürzen, verzerren, verdrehen - das ist Populismus. Überzeichnen, übertreiben, überspitzen: wir distanzieren uns zu Recht von dieser Art, Politik zu machen.“ Damit wird nahegelegt, dass es sich bei dem Video um eine populistische Art, Politik zu machen“ handelt.


Auf den folgenden 10-Seiten-Faktencheck werden Aussagen des Videos kommentiert, mit eigenen Zahlen und Quellen erwidert. Als nicht gerade unterhaltsam hat Angela Merkel das PDF-Dokument der Partei am 19. Juni in einer Diskussion mit Schülern bezeichnet, als die öffentliche Debatte bereits am Abklingen war, und den abwehrenden Umgang ihrer Partei mit dem Video kritisiert.


Doch der Fokus auf den Aspekt der Unterhaltsamkeit verdeckt das eigentliche (kommunikative) Problem der CDU-Reaktion, nämlich das Ethos des audiovisuellen Rhetors Rezo verkannt oder ignoriert zu haben und ihn wie einen partei-politischen Gegenspieler behandelt zu haben. Mit dieser Strategie lässt das veröffentlichte PDF eine Reflektion darüber vermissen, dass die üblichen Reflexe politischer Kommunikation der Partei nicht mehr als die gleichen wahrgenommen wurden, nachdem sie durch das YouTube-Video bereits vorweggenommen und als Rhetorik erfahrbar gemacht worden waren. Damit beziehe ich mich insbesondere auf die Frage der Gemeinschaftsinszenierung.


Wie ich zeigen möchte, ist ein zentraler Punkt des Einspruchs des YouTube-Videos die Wir-Rhetorik der CDU, der ein anderes Wir entgegnet. Das Herstellen einer solchen (intervenierenden) Gemeinschaft ist entscheidend für das Kalkül einer audiovisuellen Adressierung, die sich als Vermittlung zwischen einem (im Video figurierten) Konsens von Experten und einem jugendlichen Sprechen verortet und dabei noch die Zuschauer*in einschließt.


Wenn ich nun der audiovisuellen Adressierung des Videos in einer filmanalytischen Perspektive nachgehen möchte, dann soll das plurale (Sich-)Verhalten, Einschreiben und Intervenieren der Bilder (als YouTube-Video) in und zu historischen Zusammenhängen bedacht werden. Es soll die diskursive Dynamik von rhetorischen Situationen berücksichtigt werden und es sollen „the dimensions of history and movement (back) into our visions/versions of rhetorics public situations" (Edbauer 2005: 9) gebracht werden. Audiovisuelle Bilder, deren Adressierung, deren Argumentation und Expressivität, sind in spezifische historische Konstellationen verwickelt, deren Wahrnehmung durch die Rhetorik geprägt wird.

Schließlich ist es die Rezeption des Videos, welche jeweils die Situation aktualisiert und geprägt hat durch die millionenfachen Klicks, den Wahlausgang oder die mediale Berichterstattung, eine Debatte um digitale Meinungsmache“ und journalistische Standards oder die (Nicht-)Reaktion der CDU wie auch deren gegenseitigen Verhältnisse. Das heißt, all das bildete nicht einfach ergänzenden Kontext, sondern betrifft konkret, was das Video ist und welche Situation das Video entfaltet und erschließt. 

Die folgende Analyseperspektive soll ihren Ausgang nehmen von der Wahrnehmung adressierter Zuschauer*innen, nämlich der Interaktion von verkörperten Zuschauer*innen und einem rhetorischen Gegenüber, hier im konkreten Fall ein YouTube-Video.



Mit rhetorischen Situationen meine ich weder eine vorgefundene, objektive Gegebenheit (wie etwa die Situation als kontrollierender Faktor der Rhetorik bei Bitzer 1968) noch eine rein subjektive Interpretation einer Situation durch eine rhetorische Produktionsinstanz (Vgl. Vatz 1973). Vielmehr verstehe ich rhetorische Situationen (als historisch spezifische) immer schon als relationale Gefüge: Die historische Konstellation („diejenige Konstellation aus Zeit, Ort, Publikum, Redeanlaß und weiterem Kontext, in die ein Persuasionsprozeß eingebunden ist“. (Gottschling, Kramer 2012: 1126)) soll nicht als abgetrennter Kontext gedacht werden, sondern als mit der Adressierung in einer Logik der Artikulation (Biesecker 1989) verschränkt. Die Wahrnehmungsrealität einer rhetorischen Adressierung ist zentraler Kreuzungspunkt der rhetorischen Situation als einem Ganzen, die nicht zuletzt die urteilende Zuschauer*in umfasst, deren Wahrnehmung und reflexive Urteilsprozesse gerade das Telos der rhetorischen Situation darstellen. 

Die Europawahl bildet einen bzw. den zentralen im Video auch explizit benannten Redeanlass. Die Erschließung einer Situation durch das Video lässt sich jedoch nicht auf eine Wahlempfehlung oder -aufforderung reduzieren. Es soll im Folgenden auch nicht um eine solche vorab intendierte Botschaft gehen, sondern um die Spezifik des Eindrucks eines kalkulierten Adressiert-Werdens; nicht um die Überprüfung von Sachaussagen, sondern, darum dass „[j]ede Sachaussage […] nur verständlich werden [kann] aus dem Kontext, genauer aus der Situation, in der sie artikuliert wird, und dazu gehört auch der Sprecher, der Ort in dem jeweiligen Diskurs, von dem aus er spricht, und der Adressat.“ (Landweer 2007: 238) 

Landweer schreibt, dass die Rhetorik immer […] in einer Situation an jemanden gerichtet“ sei und „diese Adressierung nichts zu der Sache bloß Hinzukommendes ist, sondern die Sache unmittelbar formt, sie beeinflusst und verändert.“ (2007: 238) Die Rhetorik ist bei ihr an eine Explikation geknüpft: „Die Explikation einzelner Sachverhalte, Probleme, Normen, etc., ihre Ausfaltung gleichsam, kann als eine elementare Form der Auslegung oder Interpretation von Situationen aufgefasst werden.“ (2007: 240) Oder wie Matthias Grotkopp im Verweis auf Landweer schreibt, dienen „rhetorische Operationen“ dazu, herauszuarbeiten, „um welche Sachen es sich überhaupt handelt und wie es sich mit den Sachen verhält. Sie entfalten und erschließen Situationen.“ (Grotkopp 2017: 264)


1.2. Rezo und der audiovisuelle Rhetor


Es soll zunächst um eine grundlegende Annäherung an das Video als audiovisuelles Bild des Sprechens gehen, wobei das Video unter den Voraussetzungen seiner Medienspezifik befragt werden soll. Gerade dessen Nähe zur klassischen Rhetorik erlaubt es noch einmal den Blick für die Differenzen eines audiovisuellen Sprechens zu schärfen. Modell kann nicht das Setting einer räumlichen und zeitlichen Ko-Präsenz eines Redners und seines Publikums sein – schon alleine in Hinblick auf die massenmediale Multiplikation der Rezeption.


In diesem Sinne ist die strategische Einladung der CDU zu einer gemeinsamen, öffentlichen Debatte an Rezo kurz vor der Wahl auf eine Differenz zu beziehen: nämlich die Unterscheidung zwischen dem klassischen sozialen Forum oder der Arena der Rhetorik verstanden als überzeugender Rede, d. h. Rezo als (blauhaariger) Redner, der in einer gemeinsamen Face-to-Face-Kommunikation konfrontiert werden kann, und zweitens Rezo als audiovisueller Redner-Figur, die nicht von sich entfaltenden Bewegungsbildern getrennt werden kann, die sich in der Wahrnehmung von verkörperten Zuschauer*innen realisieren. (Kappelhoff 2018: 29)

Anders formuliert: Der Rezo aus „Die Zerstörung der CDU“ lässt sich in keine Talk-Show einladen.

Von CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak konnte man hören: Man habe sich gegen eine Veröffentlichung des eigens produzierten Videos entschieden, da man nicht eine Videoschlacht, sondern das persönliche Gespräch wolle.

Es handelt sich bei „Die Zerstörung der CDU.“ nicht um eine Face-to-Face-Kommunikation der Alltagswahrnehmung sondern um eine mediale Wahrnehmung, für die Alltägliches und Soziales, für die eine „Face-to-Face“-Anordnung und ein gestikulierender, menschlicher Körper nicht desto weniger wichtige Faktoren bzw. Bezugspunkte bilden.


Gegenstand der Analyse ist aber gerade nicht die Repräsentation einer abgefilmten Rede, die durch ‚genuin‘ filmische Inszenierungsformen angereichert oder gar verziert wird. Es wird auch nicht von einem Stil ausgegangen, welcher den ‚Inhalt‘ der Rede bloß schmückt, verstärkt oder verpackt: „Schnelle, prägnante Argumente, Schnitte, Quotes, Charts, Musik, Webkommunikation“. 

So fasst ein Arbeitspapier des CDU-nahen Vereins c-netz den Stil, den man von Rezo lernen könne, zusammen. (Jarzombek, Müller-Lietzkow 2019: 5)

Vielmehr sind die aufgezählten Elemente des Bewegtbildes konstitutiv für eine expressive, zeitliche Bewegung, die sich allein in der Wahrnehmung von Zuschauer*innen entfaltet und welche noch Argumentation und Affizierung der Bilder und deren Zusammenspiel begründet und damit entscheidend ist, für das „Bild der Lage“ (Grotkopp 2017: 270), für die Entfaltung der Dringlichkeit des thematisierten Problems, nämlich der „aktuelle Kurs von SPD und CDU“ (Min. 24).


Die folgende Analyse der audiovisuellen Adressierung ist in drei Abschnitte gegliedert. Bevor ich mich dem Einspruch gegen ein Selbstbild der CDU und ein dagegen in Stellung gebrachtes Wir des Videos widme, wird es zunächst sehr viel ausführlicher um grundlegende Aspekte der Adressierung und des audiovisuellen Sprechens gehen – insbesondere ein expressives Muster von Beats der Argumentation –, die ich mit Blick auf das Intro des Videos bis zum ersten Zwischentitel bespreche.

2. Grundlegende Dimensionen der audiovisuellen Adressierung

Gleich die erste Einstellung des Videos zeigt dessen dominante Blick-Anordnung: Rezo, der in die Kamera blickend spricht, sitzt an einem Schreibtisch, leicht rechts verschoben zur Bildhälfte. (Die später eingeblendeten Graphiken sind bereits von Anfang an präsent in dieser spezifischen Kadrierung und der (relativ) vakanten Freifläche in der linken Bildhälfte.) Maus und Tastatur deuten die Präsenz des Computers im Off des Bildes an, als Teil einer Arbeitsumgebung des YouTubers. Der sprechende Körper – betont durch die Farbakzente des orangen Pullovers und der blauen Haare – bildet das Zentrum des Bildes

Abb. 2: Screenshot vom 11.06.2019
Abb. 2: Screenshot vom 11.06.2019

Verschiedenes musikalisches Equipment bildet die Kulisse, wobei etwa die Gitarren im rechten Bildhintergrund zu keinem Zeitpunkt das Potential entwickeln, tatsächlich bespielt zu werden. Sie verweisen vielmehr stumm auf Rezos zahlreichen (vor allem musikalischen) Unterhaltungsvideos auf dessen zwei Kanälen, in denen Rezo als Musiker (in seinem ersten Kanal „Rezo häufig in Musikvideos) auftritt, Einblick in seine Musikproduktion gibt, regelmäßig mit anderen (‚gefeatureten‘) YouTubern in einer Reihe von Formaten (etwa in ‚Challenges‘) interagiert oder im ‚Q&A‘ Fragen seiner Community beantwortet.

Abb. 3a: Musikvideo
Abb. 3a: Musikvideo

Abb. 3b: Remix
Abb. 3b: Remix

Abb. 3c: Q&A
Abb. 3c: Q&A

Abb. 3d: Challenge
Abb. 3d: Challenge

Abb. 3e: Kanal
Abb. 3e: Kanal "rezo"

Abb. 3f: Kanal
Abb. 3f: Kanal "Rezo ja lol ey"

So wie sich die Kanäle etwa durch ihre Profilbild- und Bannergestaltung gegenseitig als Verschiedenes bestimmen, ist auch das „Die Zerstörung der CDU.“-Video auf diese vielfältige, sich ausdifferenzierende Ansammlung von Videos bezogen und zwar in spezifischen Relationen – etwa das Kulisse-Werden von stummen Gitarren oder die in der spezifischen Blick-Anordnung entworfene Raumkonfiguration.

CLIP 1: Room-Tour
Verschiedene Relationen der YouTube-Kanal-Welt anhand verschiedener Ansichten eines Zimmers (verwendete Ausschnitte vor allem vom Kanal „Rezo ja lol ey“, Titelangaben im Clip, vollständige in der Filmographie)

So wiederholen sich auch Kameraperspektive, Kadrierung und (Logik der) Kulisse in einer Serie zweier früherer ‚Zerstörungsvideos‘, in welche Rezo das Video mit seinem ersten Satz einreiht: Ja es ist wieder [...] so ein Video. (Min. 1).

Abb. 4a


CLIP 2: „Zerstörung der CDU.“ („Rezo ja lol ey“, 2019), Min 1-2, „Intro“.


Eine Spezifik der Lage von „Die Zerstörung der CDU.“ ist in der affektiven Modulation zu fassen. Noch die erste Nahaufnahme und das gedehnt gesprochene „Fuck [ist das heftig.]“ markieren eine Differenz zu den vorherigen Zerstörungsvideos, die nicht mit einer solchen Betonung als Ausdruck der Dringlichkeit des explizierten Problems einführen.

Durchaus grundlegend ist die erlebte Figuration: Der Heransprung ist konstitutives Element eines Musters expressiver Akzente, das paradigmatisch ist für das durchgängige Zusammenspiel von Argumentation und Affizierung und als ‚Beats‘ der Argumentation die zeitliche Form des Videos im permanenten Wechselspiel aller Dimensionen der Gestaltung strukturiert.


Um ein solches rhythmisches Profil des Videos in den Blick zu bekommen, nutze ich unterschiedliche Funktionen verschiedener Softwares als Werkzeuge für die Filmanalyse. Zentral ist die in der Nachwuchsforschergruppe „Affektrhetoriken des Audiovisuellen“ (kurz AdA) weiterentwickelte Open-Source Annotationssoftware Advene.

Auch wenn das methodische Vorgehen nicht eigentlicher Gegenstand dieses Artikels ist, werde ich gelegentlich zu einem besseren Verständnis kurz auf Schritte meines Arbeitsprozesses eingehen.

Digitale Software mit ihren durchaus multiplen Funktionen können zu Medien der Forschungspraxis werden und als Werkzeuge der Analyse entdeckt werden in deren je spezifischem Gebrauch. Im Folgenden sind verschiedene Visualisierungen integraler Bestandteil der Argumentation als ausgewählte Artefakte des Forschungsprozesses, die jedoch weder selbst der Gegenstand der Analyse sind noch die Analyse selbst abbilden oder ersetzen können.

Mit Advene habe ich zunächst die automatische Schnitterkennung für das Video mit zwei manuell festgelegten Sensitivitätswerten durchgeführt. In der folgenden Graphik sieht man den Ausschnitt aus der Timeline von Advene für das Intro-Segment des Videos mit den Spuren der ‚detektierten‘ Einstellungen, sowie von YouTube importierten Untertiteln und einer automatisch generierten Lautstärke-Dynamik als Waveform:
Die Einstellungen in der Graphik sind nicht manuell korrigiert. Bei Bild-Flackern und schnellen Bewegungen (wie etwa bei den Zwischentiteln) werden auch ‚falsche Einstellungen erkannt.

Die Lücke in den Untertiteln und die Spitze in der visualisierten Lautstärke-Dynamik markieren genau die erste Zwischentitel-Einstellung und damit das Ende des ‚Intros‘. Während die höher-schwellige Einstellungserkennung (erste, türkise Spur) die auffälligen visuellen Wechsel abbildet, d.h. Raumwechsel, Blow Ups und Cut-Ins erkennt, registriert die niedrig-schwellige Einstellungserkennung (zweite, dunkelgrüne Spur) darüber hinaus die Jump Cuts.

Abb. 5: Ausschnitt des Advene-Interfaces mit Abschnitt des Intros von
Abb. 5: Ausschnitt des Advene-Interfaces mit Abschnitt des Intros von "Die Zerstörung der CDU." (Min. 1-2)

In Abb. 5 werden als Spuren die automatische Schnitterkennung, von YouTube importierte Untertitel sowie die Lautstärke-Dynamik angezeigt.

In Kombination mit einer Text-Transkription, in der Einstellungswechsel durch Absätze und Cut-Ins durch Fettierung angezeigt werden, fällt auf, dass die erkannten Einstellungen fast ausnahmslos mit semantischen Einheiten (bzw. mit kurzen Pausen im Redefluss) der gesprochenen Rede, mit Argumenten, Kommentaren, Nebenbemerkungen, korrespondieren.


Mit einem Umschnitt beginnt meist ein neuer Satz. Im Falle der Heransprünge erfolgt der Schnitt jedoch häufiger innerhalb eines Satzes und fungiert als Betonung.

  • Ja es ist wieder Zeit für so ein Video.

  • Heute sehen wir uns die CDU an, auch ein bisschen SPD und ein bisschen AFD, aber primär sehen wir uns die CDU an.

  • Ich und TJ, wir haben uns einfach in den letzten Wochen mal so ein paar spannende Themen rausgepickt und einfach mal geguckt, was macht die CDU da, was ist ihre Stellung da, wie sind die da so drauf.

  • Und ich muss ehrlich sagen:

  • Fuck ist das heftig. Ich habe nicht gewusst, wie heftig das ist.

  • Ich werde in diesem Video zeigen, wie CDU-Leute lügen, wie ihnen grundsätzliche Kompetenzen für ihren Job fehlen, wie sie gegen deutliche Expertenmeinungen Politik machen,

  • wie sie sich augenscheinlich an verschiedenen Kriegsverbrechen beteiligen, wie sie Propaganda und Unwahrheiten gegen die junge Generation einsetzen,

  • wie bei ihrer Politik die letzten Jahrzehnte die Reichen immer mehr gewinnen und alle anderen immer mehr abloosen und ich zeige, dass nach der Expertenmeinung von zigtausenden deutschen Wissenschaftlern die CDU aktuell unser Leben

  • und unsere Zukunft zerstört.

  • All das werde ich natürlich wie immer ausführlich mit Quellen belegen und beweisen. Ihr wisst: Wenn ich so ein Video mache,

  • dann mache ich es ordentlich.

  • Nächstes Wochenende sind ja die EU-Wahlen. Ich hoffe ihr geht da alle hin. Ich beziehe mich aber in diesem Video nicht nur auf EU-Politik, weil EU-Politik

  • fucking langweilig ist.

  • Und vor allen Dingen auch, weil man das gar nicht so trennen kann. Wenn du eine Partei auf EU-Ebene wählst, dann stärkst du die auch auf Bundesebene und auf Landesebene. Insofern ist das nicht zu trennen.

  • Ok, also dieses Video wird kein langweiliges Politik-Video.

  • Das wird dieses Mal wirklich ein Zerstörungsvideo.

  • Nicht weil ich aktiv versuche, jemanden zu zerstören, sondern weil die Fakten und Tatsachen einfach dafür sprechen, dass die CDU sich selbst, ihren Ruf und ihr Wahlergebnis damit selbst zerstört.

  • Und als erstes gucken wir uns jetzt an, was denn das Ergebnis von jahrzehntelanger CDU-lastiger Politik ist und wer dabei profitiert hat.

In diesem Video richten Einstellungen mit näheren Einstellungsgrößen und einer kürzeren Dauer die Aufmerksamkeit auf bestimmte Aussagen und fungieren als Akzente innerhalb der Gesamtkomposition. Und zwar im doppelten Sinne des Wortes ‚emphasis als aufmerksamkeitslenkend und als pathetische Emphase.

Die Erzeugung und Fokussierung von Aufmerksamkeit durch Großaufnahmen erinnert an Ideen Hugo Münsterbergs, welcher den Film in seinen Fähigkeiten, emotionale und mentale Operationen performativ zu vollziehen, beschrieben hat. In diesem Verständnis kann der Film selbst noch seine Aufmerksamkeit auf Dinge richten. (Vgl. Münsterberg 1996: 51-57).

Mit Blick auf die Gesamtkomposition können die Nahaufnahmen jedoch nicht isoliert werden: Die Figuration der expressiven Akzente als Beats der Argumentation beruht nicht alleine auf Cut-Ins. Vielmehr möchte ich im nächsten Abschnitt zeigen, wie die Heransprünge mit dem Ausdruck des Sprecherkörpers verschränkt sind.


2.1. Rezos sprechender Körper


Ein automatisch generierter ‚Movie Barcode‘, d.h. eine Kompression von Einzelbildern, zeigt eine visuelle Zeitleiste für den Beginn des Videos bis zum ersten Zwischentitel, der als schwarz, weiß, grauer Block heraussticht.

Movie Barcodes wurden mit den Open-Source-Tools Timelens und Zero Width Joiner erstellt.

Abb. 6a: Movie Barcode für das Intro von
Abb. 6a: Movie Barcode für das Intro von "Die Zerstörung der CDU." (Min. 1-2)

Vor allem das markante Farbmuster von Rezos Erscheinung wird abgebildet: So umfasst etwa zwei Drittel der Barcode-Höhe ein orange-brauner Farbverlauf – nämlich der Torso – und ein Drittel ein grau-weißer Farbverlauf mit schwankender blauer Linie anhand derer man die Position des Kopfes im zeitlichen Verlauf bestimmen kann. Dabei ist in diesem Kontext nicht primär die Akkuratesse der wiedergegebenen Farbpalette von Interesse, sondern das Ablesen der Bewegungen und der Modulation des zentralen Körpers am Verlauf der visuellen Zeitleiste des Barcodes. 

Die Lesbarkeit ist wiederum von der Skalierung des Barcodes abhängig, die es erlaubt, je unterschiedliche Zusammenhänge in den Blick zu nehmen.

Als Einschnitte kann man in dieser Skalierungsstufe die Heransprünge erkennen, in denen das Verhältnis von Torso und Kopf (d.h. hier: der entsprechenden Farbspektren) vertikal leicht verschoben ist. 

Abb. 6b
Abb. 6b

Die geringeren Schwankungen der Farbverläufe in diesen näheren Einstellungen sind auf einen geringeren Grad an Gestik zurückzuführen. 

Ausholende gestische Bewegungen mit beiden Armen sind in der Mitte des Barcodes als orange ‚Flecken‘ abzulesen.

Abb. 6c
Abb. 6c

Die Körperbewegung, ihre Intensität und Qualität sind wesentlicher Bestandteil der (durchgängigen) Modulation und Energetik des audiovisuellen Bildes und dessen Dynamiken von Bewegungszu- und -abnahme. Das Körperbild bestimmt wesentlich den Bewegungseindruck. Fraglos ist von Bedeutung, dass Rezos Körper durch die Schnitte als zeitlich segmentierter wahrgenommen wird, auch wenn sich die Schnitte darin nicht erschöpfen. Vielmehr bestimmen sie noch die Wahrnehmung des Körpers selbst, d.h. der Intensität der Gestik, wenn etwa abrupt in eine ausladende Armbewegung geschnitten wird.

Momente ausgeprägter Gestik und Bewegungsausdehnung bzw. -varianz sind abzulesen, nicht unbedingt aber ihre Bewegungsqualität und die Bewegungsrichtungen, die Rezo mit seinen Armen und Händen vollführt.

Abb. 7a+b: Aufeinanderfolgende Frames, Umschnitt zur 2. Einstellung
Abb. 7a+b: Aufeinanderfolgende Frames, Umschnitt zur 2. Einstellung

CLIP 3: „Zerstörung der CDU.“ („Rezo ja lol ey“, 2019), Min. 1, erste und zweite Einstellung.

Von Interesse ist aber nicht eine quantitative Bestimmung dieser Divergenz, sondern inwiefern sie das Erleben von Zuschauer*innen prägt und als Intensität (am eigenen Leib) erlebt wird. Damit kommt eine Dimension des Körperbilds in den Blick, die nicht ausgehend vom vorgängigen Körper einer repräsentierten Person bestimmt werden kann. Vielmehr ist das Körperbild Rezos als Kraftpol des Bildes zu begreifen, das in seiner Fragmentierung kinetische Aufladungen von Gesten generiert oder gerade durch die Reduktion von Gestik betont – und nicht zuletzt Bewegungen initiiert in der Interaktion des sprechenden und gestikulierenden Körpers mit Text-, Statistik- und Graphik-Einblendungen, auf die ich später noch eingehen werde.


In einem noch kleineren Skalierungsgrad bis einschließlich der ersten akzentuierenden Nahaufnahme können einige gestische Bewegungen in ihrer Interaktion mit den gesprochenen Worten sichtbar gemacht werden, die noch für die weitere diskursive Entfaltung des Videos relevant sind.


Abb. 8: Movie Barcode für die ersten 5 Einstellungen
Abb. 8: Movie Barcode für die ersten 5 Einstellungen

Ich möchte einige paradigmatische Aspekte kurz hervorheben: Die erste Einstellung (wie der Schluss der fünften) zeichnet sich durch wenig Gestik aus; Rezo hat darin durchgehend seine Arme angelegt. Im Verhältnis dazu ist der folgende Jump Cut ein ‚Sprung‘, nämlich zwischen angelegten Armen und einer entlang der Körpermitte aufstrebenden Bewegung beider Hände (mit ausgestreckten Zeigefingern), die schnell wieder gesenkt werden – synchron zum „Heute“.

CLIP 4: „Zerstörung der CDU.“ („Rezo ja lol ey“, 2019), Min. 1, erste bis fünfte Einstellung mit Visualisierung.

Abb. 9a: Auftakt und

Mit dieser punktuellen, pointierenden Geste, die auch mit einem abrupten Anstieg der Lautstärke einhergeht, wird ein erster energetischer und kinetischer, rhythmischer Impuls gesetzt. Die Intensität rührt nicht zuletzt aus dem Kontrast des Übergangs der beiden Einstellungen her, der als harter Schnitt wahrgenommen wird. In dieser spezifischen Kontrastierung erscheint die erste Einstellung noch als Auftakt, als Vorrede zum ‚eigentlichen‘ Beginn mit dem pointierten „Heute“.

Abb. 9b

Es folgt eine Reihe von Gesten, mit welchen Rezo die verschiedenen Partei-Nennungen unterstreicht – abwechselnd nach rechts und links. Beim Stichwort „primär“ hat er die Arme direkt vor dem Körper, bei „CDU“ bewegt er sie wiederum nach rechts und vollzieht dabei schnell kleine Auf- und Abwärtsbewegungen mit seinen Händen. 

Abb. 10a: dringliche Fragen

Abb. 10b



Eine vergleichbare – schnell getaktete – Bewegung kehrt in der folgenden Einstellung wieder, wenn Rezo fragt, was die CDU da macht. Es ist ein nachdrückliches Heben und Senken der Hände mit mehrfachen ruckartigen Abwärtsbewegungen. Dies ist der Beginn einer Dreierfolge, in der die Frage nach dem politischen Handeln der CDU, ihrer Agenda, ihrer kommunikativen Darstellung und Positionierung, nicht zuletzt durch den gestischen Ausdruck mitbestimmt wird.

So wird die Formulierung was ist ihre Stellung da von einer kreisenden Bewegung der Hände, die aus größerer Distanz zusammengeführt werden, begleitet und man könnte sagen, gestisch wird ein Spin vollzogen. Synchron zum wie sind die da so drauf wiederum breitet Rezo seine Arme zunächst aus, um dann verzögert beide Hände gleichzeitig neben dem Körper fallen zu lassen. 

Abb. 11a: Klimax und Entladung


Abb. 11b


Eine weitaus ausgeprägtere retardierende Pause vor dem akzentuierten Senken der Arme findet sich nach den Worten ehrlich sagen im Wechsel von der vierten zur fünften Einstellung in einer Klimaxstruktur der Einordnung und Beurteilung der Lage: das Ansetzen des Wortes Fuck wird begleitet von einem langsamen Heben der Arme (siehe Diagonale im Barcode), um schließlich in einer Entladung zu münden – einem Fallen der Armen, einer gestischen Bewegung, die noch über einen Umschnitt zu einer Nahaufnahme fortgesetzt wird und zwar synchron zu den (finalen) Konsonanten des Wortes.

Die visuelle Diagonale entspricht gerade einer Bewegung, die im audiovisuellen Rhythmus als retardierendes Moment vor der Entladung einer kinetischen Kraft erlebt wird. (Bakels 2017: 200) Mit dem audiovisuellen Rhythmus ist nicht per se eine strenge Abfolge synchroner Akzente gemeint (2017: 7), für die spezifischen Muster der Akzentuierungen dieses Videos ist jedoch – wie hier mit Blick auf die Interaktion von Sprechen, Gestikulieren und Montage zu sehen ist – ein Zusammenfallen unterschiedlicher visueller und akustischer Akzentuierungen entscheidend. 

An dieser Stelle möchte ich jedoch weder das Körperbild auf die Gestik noch deren rhythmische und kinetische Qualitäten im Erleben von Zuschauer*innen auf eine physiologische Dimension reduzieren. Die Wahrnehmung Rezos als Sprecher erschöpft sich darin so wenig wie in einer fixierten Identität. Ein wesentlicher Umstand ist, dass das verkörperte Sprechen wiederholt in polyphone Rollenspiele verwickelt ist:



etwa das Sprechen mit und durch andere Stimmen, so die Vorwegnahme von Kritik am Video als Rollenprosa möglicher Haltungen zukünftiger Zuschauer*innen oder das Reagieren auf und gespielt naive Wiederholen von eingeworfenen Korrekturen und Klarstellungen aus dem Off als unterbrechendes Anreden eines imaginierten Gegenübers außerhalb des Bildkaders. Rezos Rollenwechsel gehen jeweils einher mit seitlichen Blicken schräg an der Kamera vorbei und wiederholt mit einem gesprochenen ‚bitte?. Für die rhetorische Situation ist das Fließende dieser performativen Übergänge von Bedeutung. 

CLIP 5: „Zerstörung der CDU.“ („Rezo ja lol ey“, 2019), Min. 4, 9, 17, 18, 45, eigene Schnitte sind durch Weißblenden markiert.

Dies umfasst noch ein Moment des Herausfallens aus der Rede, nämlich ein verzweifeltes Lachen und den Ausspruch „Es ist so traurig“ verbunden mit einer seitlichen Körperdrehung Rezos und eines Blickes in den Raum, der eine anwesende Person zu adressieren scheint. Es ist dies beinahe der einzige Moment einer Interaktion mit seinem Team (insbesondere TJ, der Challenges betreut und verschiedene Aspekte der Aufnahme und Postproduktion inkl. Schnitt verantwortet), die andere Videos des Kanals „Rezo ja lol ey“ prägen.

CLIP 6: „TJ“ (Videoangaben im Clip)

Das Sprechen in „Die Zerstörung der CDU.“ ist zum anderen an die Verwendung von Slang geknüpft, welcher Rezos jugendlicher YouTube-Community zugeordnet wird. Z. B. in einer Passage, in der es um die Diskreditierung von Demonstranten durch CDU-Politiker in der Debatte um Artikel 13 der EU-Urheberrechtsreform geht, verwendet Rezo zahlreiche Ausdrücke wie „Diggi" oder „Dulli“, Umgangssprache und entlehnte Wörter wie „fake“, „Bullshit“, „Dude“, „nicht das Geilste auf der Welt“, aber auch Aussprachen wie „Kriddisch“. 

Als durch Ein- und Ausschlüsse gemeinschaftsstiftend wird der Slang ebenfalls markiert, wenn Rezo explizit seine Rede mit der unterschiedlichen Ausdrucksweise eines wissenschaftlichen Slangs (12 min.) gegenüberstellt und das audiovisuelle Sprechen sich gleichzeitig (darin) als Vermittlung positioniert.

CLIP 7: „Zerstörung der CDU.“ (Rezo ja lol ey“, 2019), Min. 47-48.

2.2. Die Beats im Zusammenspiel der Komposition


Die Rollenspiele und Stimmwechsel sind jedoch nicht isoliert zu betrachten, sondern wiederum eingebunden in die spezifische zeitliche Strukturierung, die erst das audiovisuelle Sprechen hervorbringt.


Um Muster des Zusammenspiels formaler Gestaltungsebenen als zeitliches Profil beschreiben zu können, habe ich eine Reihe von Beschreibungsebenen mit Advene annotiert: die bereits angesprochenen Einstellungsgrößen (in den folgenden Diagrammen: „FieldSize“), den Grad der Bewegung im Bild („ImageIntrinsicMovement“), aber auch wiederkehrende Musikstücke („MusicPiece“) und eine basale Klassifizierung der Stimmung(swechsel) der Musik („MusicMood“).

Ich verwende dabei ein im AdA-Projekt entwickeltes, systematisches Beschreibungsvokabular, die AdA Filmontology. Vgl. zum AdA-Projekt auch Bakels 2020, Agt-Rickauer et. al. 2018a, 2018b.

Die erstellten Annotationen habe ich mir dann in einer html-Visualisierung anzeigen lassen, die im Rahmen der Zusammenarbeit mit der Nachwuchsforschergruppe „Affektrhetoriken des Audiovisuellen“ von Olivier Aubert entworfen und entwickelt wurde. 

Die Akzente sind jeweils mit gestrichelten Linien hervorgehoben.

Das Intro, d.h. der in der ersten Zeile rot markierte Ausschnitt des Gesamtvideos, ist in der zweiten Zeile als Szene visualisiert.

Darunter ist ein Histogramm für die Einstellungsdauer zu sehen: Höhe, Breite und Farbe der Annotationen richten sich nach der Dauer. Die akzentuierenden Einstellungen zeichnen sich durch eine kurze Dauer aus.

Die näheren Einstellungsgrößen (pink) gehen wiederholt einher mit einer reduzierten bildintrinsischen Bewegung (dunkelblau), die auf das signifikante Muster der suspendierten Gestik zurückgeführt werden kann.

Zum anderen interagieren diese Einstellungen mit der Dynamik der Musik – z. B. Stimmungswechseln oder Pausen zwischen Musikstücken (siehe rote Kreise).

Abb. 12: Mit Advene generierte Visualisierung des Intros von
Abb. 12: Mit Advene generierte Visualisierung des Intros von "Die Zerstörung der CDU." (Min. 1-2).

In dieser Visualisierung – in der verräumlichten Darstellung von Dynamiken im zeitlichen Verlauf – wird ersichtlich, dass jenes Muster der expressiven Akzente als Beats der Argumentation gerade auf die kontinuierliche Modulation des Bildes zu beziehen ist, auf das Zusammenspiel von (hier in der Visualisierung auf Spuren unterschiedenen) Gestaltungsebenen, welche permanent interagieren. Die Musik ist dabei eine dominante Komponente des audiovisuellen Sprechens.

CLIP 8: „Zerstörung der CDU.“ („Rezo ja lol ey“, 2019), Min. 1-2, „Intro“ mit Visualisierung.

So werden Akzente durch das Einsetzen von Musik als Vorbemerkung (etwa das langsame Einblenden der Musik in der ersten Einstellung) oder Nebenbemerkungen (die Pause bei fucking langweilig) markiert oder mit einem Akzent Abschnitte und Umbrüche in der gesprochenen Rede angezeigt, die mit Wechseln der Musik einhergehen.


Das erste Musikstück des Videos setzt mit einem einzigen (lauter werdenden) Synthesizerklang ein, der mit dem Stichwort „primär [sehen wir uns die CDU an]“ um ein Bassostinato erweitert wird, einem Loop einer schnellen melodischen Auf- und Abbewegung, das schließlich ergänzt wird um eine Synthesizermelodie synchron zu den Worten „einfach mal geguckt“. Die Wahrnehmung der Stimmung der Musik, die als ‚tense‘ qualifiziert wurde, beruht auf dem Zusammenspiel des Bassostinatos und der sich entwickelnden Synthesizermelodie. In gewisser Weise bereitet die Melodie noch die verbale Bewertung bzw. Einschätzung der CDU-Politik als dringliches Problem („Fuck, ist das heftig“) vor und bindet daran den kurzen Überblick über die Themen des Videos, welcher nicht primär als informativer Einstieg anzusehen ist, sondern als Skizzieren von Problemfeldern, welche durch die Tonalität der Musik grundiert werden und noch Argumente für die Explikation der Situation bilden. Mit der Benennung des Redeanlasses („Nächstes Wochenende sind ja die EU-Wahlen“) wechselt die Musik zu einem Stück ohne dominante affektive Stimmung und leitet einen neuen Abschnitt ein. 


Part B des zweigeteilten dritten Stückes wiederum endet auf einem markanten, fluffigen Melodiebogen als pointierender musikalischer Gestalt und grundiert dabei affektiv den Ausspruch „Nicht weil ich versuche aktiv jemanden zu zerstören“. Die (annotierte) Zuschreibung als „happy“ ist nicht als direkte Qualifizierung eines Ausdrucks von Freude zu verstehen, sondern noch auf die Tonalität des Stücks zurückzuführen, die im audiovisuellen Zusammenhang Humor, Sarkasmus und Ironie formt. 

Im Verlauf zeigt sich, dass beide Teile des untermalenden Musikstücks auf dieser pointierenden Geste schließen. Das Stück ist wie zahlreiche andere in unterschiedlichen Aus- und Zuschnitten mehrfach zu hören.

2.3. Ethos (und Logos und Pathos) des Rhetors


Abschließend lässt sich dieses Intro in einem Rekurs auf die klassischen Konzepte der rhetorischen Überzeugungsmittel (nämlich die heuristische Unterscheidung von Ethos, Pathos und Logos) beziehen, insbesondere weil die Rhetorik des Videos und Rezo als Rhetor im Intro selbst thematisch werden.


Dies geschieht u.a. durch das mehrmalige Verweisen auf eine Serie ‚solcher‘ (Zerstörungs-)Videos, durch welche die Zuschauer*innen wissen: „Wenn ich so ein Video mache, dann mache ich es ordentlich.“ (Min. 1) Der explizite Verweis auf den Einsatz von Quellenarbeit erfolgt im Rückbezug auf eine Wiederholung, nämlich das Anführen von Quellen und Zitaten in den beiden früheren ‚Zerstörungsvideos‘. Die Persuasion durch Quellenarbeit ließe sich als Technik des Logos fassen, d. h. nach Aristoteles eine Überzeugung durch die Sache selbst, indem die Quellen als Belege eng verzahnt sind mit den Argumenten des Videos. Entscheidend für mich ist jedoch, dass in dem expliziten Ansprechen einer solchen Praxis an dieser Stelle, diese noch an die Wahrnehmung des Redners geknüpft wird und damit an die Beschreibung des Überzeugungsmittel des Ethos‘ bei Aristoteles, nämlich als Überzeugung durch den Charakter des Redners. Dessen Glaubwürdigkeit muss sich aber erst durch die Rede ergeben nicht „aus einer vorgefaßten Meinung über die Person des Redners“. (Aristoteles 2007: 12) In diesem Sinne ließe sich das Intro als Arbeit am Ethos beschreiben und zwar eines spezifisch audiovisuellen Sprechens.

Durch den Charakter geschieht dies [die Überzeugung], wenn die Rede so dargeboten wird, daß sie den Redner glaubwürdig erscheinen läßt. Den Anständigen glauben wir nämlich eher und schneller, grundsätzlich in allem, ganz besonders aber, wo es eine Gewißheit nicht gibt, sondern Zweifel bestehen bleiben. Doch auch das muß sich aus der Rede ergeben und nicht aus einer vorgefaßten Meinung über die Person des Redners. (Aristoteles 2007: 12)

Mit der Quellenarbeit – Rezo wird im nächsten Segment noch einmal kurz ausführlicher auf die Einblendung von Zitaten und ein in der Videobeschreibung verlinktes Google Doc mit allen Quellen eingehen – werden Praktiken des Journalismus bzw. (vielmehr) der Wissenschaft aufgegriffen, d. h. nicht nur das Recherchieren, sondern auch das Kenn- und Auszeichnen der Recherchen von Quellen als Kriterium von Wissenschaftlichkeit. Das Video sucht Anschluss an diese Systeme, indem es explizit auf das Einhalten ihrer Standards und Verfahren verweist. Diese Standards und Praktiken zielen gerade auf die Verlässlichkeit und das Vertrauen in Aussagen, indem Kriterien ihrer Überprüfbarkeit eingefordert und eingehalten werden. In diesem Sinne ließen sich diese (journalistischen und) wissenschaftlichen Praktiken, die Autorität und Redlichkeit von Quellen(-arbeit), selbst auf ein rhetorisches Ethos beziehen.


Zum anderen verweist das Intro auf die (spätere) lateinische Auslegung des Ethos bzw. dessen Pendant bei Cicero, nämlich das „delectare“ (das Gefallen, Erfreuen oder Unterhalten) als das Abzielen auf „die Erregung positiver Affekte [d.h. einer der Rede zugeneigten Stimmung] seitens des Publikums“ (Fortenbaugh 1994: 1523), eine affektive Bindung in der Adressierung, für welche „die Abwechslung der Ausdrucksformen und der Einsatz des Humors" (Grotkopp 2017: 272) maßgeblich sind. Der Ausspruch „Ok, also dieses Video wird kein langweiliges Politik-Video. Das wird dieses Mal wirklich ein Zerstörungsvideo“ zielt gerade auf die Dimension des „delectare“, die nicht zuletzt in der Verknüpfung des Ausspruches mit der leitmotivischen, beschwingten kurzen Melodiefolge unterstrichen wird und das Selbstbild des Intros wesentlich prägt.


Gleichzeitig macht das permanente Wechselspiel der Gestaltungsebenen deutlich, inwieweit die Unterscheidung der verschiedenen Überzeugungsmittel – das Logos als Argumentation, das Ethos als die Glaubwürdigkeit des Sprechers und das Pathos als Emotion – eine analytische Heuristik ist und bezogen auf die Ausdrucksformen des audiovisuellen Bildes keine klar markierte Grenze zwischen den Überzeugungsmitteln gezogen werden kann.


Wenn das Video selbst in der Thematisierung der Quellenarbeit – im Zusammenfallen des Stichworts des „Ordentlich-Machen“ mit einer Unterbrechung der Musik zwischen zwei Stücken – verschiedene Überzeugungsmittel gegeneinander in Stellung zu bringen scheint, dann ist anzumerken, dass zum einen die musikalische Pause noch auf die Affizierung von verkörperten Zuschauer*innen in einer durchgehenden Gestaltung bezogen ist und zum anderen die Musik nicht als rein emotionalisierendes Element zu begreifen ist. Der Verweis auf ein nüchternes Sprechen, auf Fakten ohne Emotionalisierung, ist selbst noch als eine rhetorische Operation zu begreifen, die sich an bestehenden (oftmals berechtigten) Vorwürfen an Rhetorik abarbeitet.


Vielmehr zeigen das Zusammenspiel von Musik, Montage, der körperlichen Expressivität Rezos und der gesprochenen Rede auf, inwieweit die Affizierung durchaus auf die Argumentation zu beziehen ist und vice versa. Affizierung und zeitliche Strukturierung sind Dimensionen des audiovisuellen Bildes, die nicht nur einem Überzeugungsmittel zugeordnet sind, genauso wenig wie sie eindeutig nur bestimmten Gestaltungsebenen zugewiesen werden können.

Dies mag auch an der Frage nach Metaphern deutlich werden: In der zeitlichen Gestalt von Gesten etwa grundiert eine affektive Dimension, sprich eine expressive Funktion von Gesten, die Aktivierung von Metaphern im Zusammenspiel von Worten und Gesten und ist entscheidend für den Prozess der Bedeutungskonstitution. (Vgl. Kappelhoff, Müller 2011: 121) Dabei geht es mir mit Blick auf das Rezo-Video nicht primär um aktivierte Metaphern durch körperliche Gesten im audiovisuellen Bild, sondern um metaphorische Prozesse des audiovisuellen Bilds des Sprechens selbst, d. h. gerade die Verwebung des Sprechens in einem audiovisuellen Metaphorisieren (Schmitt 2020). Vgl. auch Müller, Kappelhoff 2018 zur Idee der Cinematic Metaphor.

Gerade der Konnex von Verstehen und Expressivität ist relevant für die Explikation einer Problemlage als dringlich. Ist doch insbesondere das Moment der Dringlichkeit eines adressierten Problems der rhetorischen Situation nicht zu trennen von einer expressiven Dimension, in welcher die Dringlichkeitseinschätzung einer Lage geteilt werden soll, um notwendiges Handeln einzuleiten und Maßnahmen umzusetzen. Dafür ist gerade ein Zusammenspiel von Logos, Ethos und Pathos entscheidend. Denn die Dringlichkeit betrifft in diesem Sinne immer schon die Beziehung von Redner, Problemlage und Adressaten und ist auf einen geteilten Boden, etwa die geteilten Normen in einer rhetorischen Situation, zu beziehen. Es ist eine Dringlichkeit, die eben nicht nur Rezo betrifft, sondern auch die von Rezo angesprochene bzw. die in der audiovisuellen Ansprache konstituierte Öffentlichkeit: und zwar gerade als eine Gemeinschaft, die noch durch die Entfaltung des dringlichen Problems geformt wird. Diese Gemeinschaft ist adressiert, wenn Rezo davon spricht, dass die CDU „unsere Zukunft zerstört.


Ich möchte nun genauer auf adressierte Gemeinschaften eingehen, nämlich zunächst den Einspruch gegen das Wir der CDU und im Weiteren dann ein Wir, für das Rezo spricht und das er dagegen setzt.


3. CDU – eine Partei für alle Schichten: Kritik am Wir der CDU

Im folgenden Segment, das mit dem Zwischentitel „Gewinner und Verlierer“ angekündigt wird, befragt Rezo das Selbstbild der CDU als Volkspartei der Mitte, nachdem er zunächst kurz auf die Einblendung von Quellenverweisen eingeht.

Abb. 13: Die Frage

Mit einem weiteren Zwischentitel wird die Frage aufgeworfen: „Für wen macht die CDU Politik?“ Rezo wiederholt die Frage noch einmal und verweist auf eine Selbstauskunft der Partei auf ihrer Webseite. Initiiert durch eine Körperbewegung Rezos, der mit dem Finger auf den Platz neben sich deutet, ‚fliegt sogleich ein Screenshot der CDU-Webseite in den Bildkader, der sich schnell auf wenige Formulierungen verengt.

Abb. 15a: Selbstverständnis (I)

Abb. 14: Movie Barcode (Von Zwischentitel über Webseiten-Einblendung zur Nahaufnahme)
Abb. 14: Movie Barcode (Von Zwischentitel über Webseiten-Einblendung zur Nahaufnahme)

Komplett ausgeschrieben lautet das Zitat über das Selbstverständnis der CDU“: „Die Christlich Demokratische Union Deutschlands ist die Volkspartei der Mitte. Wir wenden uns an Menschen aus allen Schichten und Gruppen unseres Landes. Grundlage unserer Politik ist das christliche Verständnis vom Menschen.“ 

Während Rezo davon spricht, dass auf der Webseite stehe, die CDU mache Politik für alle Schichten des Landes, formt er mit beiden Händen Anführungszeichen und zum Ausspruch „Volkspartei der Mitte sind“ rudert er unabhängig mit beiden Armen in der Luft. Im Wechselspiel von Gesagtem und Gestikulieren wird so eine Distanz aufgemacht, welche als Prinzip den audiovisuellen Einspruch gegen das Selbstbild der CDU bestimmt.

Abb. 15b: Selbstverständnis (II)

Abb. 15c: Selbstverständnis (III)

Es folgt ein Heransprung, eine Nahaufnahme, in welcher Rezo die Arme ausgespreizt die rhetorische Frage stellt: „Aber sind sie das wirklich? Überprüfen wir das mal.“ Diese Überprüfung wird im Verhältnis der beiden Fragen leiblich gerade als „Unter die Lupe-Nehmens“ audiovisuell erfahren und ein Gestus des Nachhakens leiblich als Verengungsbewegung vollzogen.

Abb. 16:
Abb. 16: "Überprüfen wir das mal."

Das weitere Segment teilt sich in mehrere thematische Blöcke, die als Wirtschaftsthemen adressiert werden  – etwa zu Reichtumsverteilung, Erben, Bildung. Wiederum ist eine Figuration von Akzenten für die Argumentation von Bedeutung, indem jedes Thema (bis auf eine Ausnahme, siehe Abb. 17) jeweils durch den Satz „CDU – eine Partei für alle Schichten“ als Pointe beschlossen wird. 


Rezo trägt den Satz bzw. Teile dessen als Rollenprosa jeweils in einer näheren Shoulder-Closeup vor – einer Nahaufnahme, die im Anschluss an das als „happy“-annotierte musikalische Motiv erfolgt, das bereits im Intro zu hören war. (Eine Verlaufsübersicht zu diesem kompositorischen Muster ist in der folgenden Visualisierung zu sehen.) Die Musik ist prägend für die Tonalität der sarkastischen Argumentation, dem Einspruch und der Kritik an dem Parteien-Image.

Das Muster ist in der folgenden Visualisisierung durch gestrichelte Linien eingezeichnet. Der einleitende ‚Frageblock ist mit durchgezogenen Linien markiert.

Mit einem gelben Kasten ist das ganze Segment markiert. Es beginnt mit dem Selbstbild der CDU. (Siehe erste schwarze Umrandung) Wiederkehrende Akzente – jeweils Einstellungen mit einer kurzen Dauer  – strukturieren das Segment, das mit einem doppelten Heransprung endet: Der finale Closeup ist eine der nahesten Einstellungen des gesamten Videos und figuriert audiovisuell die Klimax der sarkastischen Argumentation.

Das Segment beginnt mit einem als „tense“-annotierten Musikstück, während das CDU-Selbstbild befragt und ein Auseinanderklaffen von Arm und Reich konstatiert wird. Im weiteren Verlauf erklingen drei mal die punktuellen „happy“-Motiv-Einsätze.

Abb. 17: Mit Advene generierte Visualisierung, Min. 2-5.
Abb. 17: Mit Advene generierte Visualisierung, Min. 2-5.

Was als zusammenhängende Argumentation erfahren wird, kann zwar auf Ebene der Sinneinheiten der gesprochenen Rede bestimmt werden, wird aber als ein Prozess des Zerlegens und eine Steigerungsbewegung durch den spezifischen Rhythmus aus Wiederholung und Klimax (der Akzentfiguration) körperlich erlebt. Diese affektive Grundierung ist integraler Bestandteil der Re-Perspektivierung des Parteien-Image.

CLIP 9: „Zerstörung der CDU.“ („Rezo ja lol ey“, 2019), Min. 2-5.

Die Akzentfiguration strukturiert die Argumentation. Mit dem doppelten Heransprung endet sie schließlich und es folgt eine Überleitung zum nächsten Thema, nämlich der Klimakrise.


4. Intervenierende Gemeinschaft und Konsens der Experten

Es handelt sich dabei aber nicht um eine bloße (willkürliche) Abfolge von unterschiedlichen Problemfeldern der Politik. Dem Einspruch gegen das Wir der CDU steht die Formierung eines anderen vielstimmigen Wirs gegenüber, nämlich das gemeinsame Sprechen von Rezo und einem Chor von Wissenschaftlern im Namen der Zukunft einer adressierten jungen Generation. Mit einer solchen Gemeinschaftsinszenierung endet der längere Block zum Thema der Klimakrise. Im Folgenden möchte ich zeigen, wie sich diese Gemeinschaftsinszenierung und ein Bild des Handlungsdrucks in der Dauer entfaltet. 


Abb. 18:
Abb. 18: "Konsens der Experten" (Min. 23-25) rot markiert


CLIP 10: „Zerstörung der CDU.“ („Rezo ja lol ey“, 2019), Min. 23-25, Abschnitt „Konsens der Experten“.


Für die rhetorische Situation des YouTube-Videos sind die eingeblendeten Zitate gerade von Relevanz in ihrem spezifischen Verhältnis zwischen den Dynamiken zeitlicher und räumlicher Gestaltung, einer Logik des Text-Lesens, die noch die Möglichkeit des Anhaltens des Clips umfasst, und damit verschränkt einer hypertextuellen Logik des Videos, nämlich der Verlinkung eines dynamischen web-basierten Textdokuments. Letzteres ist nicht nur technologisch bereitgestelltes Feature, sondern zielt als Potential (des Videos selbst) immer schon auf eine Dimension des Umgangs mit diesem. In diesem Sinne ist der Gebrauch des verlinkten Google Docs, als Paratext des Videos, noch Teil einer rhetorischen Situation, in der die Texteinblendungen als Ausdrucksform einer Gemeinschaft, nämlich des Chors eines Experten-Konsens, in Bewegungsbildern körperlich erfahren werden.


Zunächst fällt auf, dass es in diesem Abschnitt keinerlei Nahaufnahmen und Akzentierungen durch Heransprünge gibt, welche die Dynamik des Bildraums in den vorherigen Ausschnitten geprägt haben. Neben der zentrierten Ansicht eines eingeschnittenen Wissenschaftlers zu Beginn sind es vor allem sich ins Bild schiebende Zitateinblendungen, die den Raum bestimmen.

Abb. 19: Gleichbleibende Einstellungsgröße (Min. 23-25)
Abb. 19: Gleichbleibende Einstellungsgröße (Min. 23-25)

Vgl. zum Begriff des Bildraums Kappelhoff 2005.

Es ist ein Bildraum, der einen konstanten Bezugsrahmen für die Interaktion und Balance zwischen dem sprechenden Körper und diesen Zitaten bildet bzw. durch diese hervorgebracht wird. Zwar sind zahlreiche anhand des Intros beschriebene Inszenierungsprinzipien durchaus auch hier zu finden – kurze sprachliche Nebenbemerkungen und Einschübe, akzentuierende Dynamiken im Sprechen und in der Gestik – sie gehen jedoch nicht mit näheren Einstellungen einher, die gerade den Rhythmus und die Balance des Bildraums verschieben würden (siehe Clip 11).

Ein ‚Recut des Ausschnitts mit akzentuierenden Heransprüngen wie im Intro soll die Auswirkung auf den Bildraum, von Balance zu Dominanz, greifbar machen (auch wenn eine Anpassung der Zitateinblendungen nicht berücksichtigt wird).
CLIP 11: „Zerstörung der CDU.“ („Rezo ja lol ey“, 2019), Min. 23-25, Abschnitt „Konsens der Experten“, bearbeitet.


Der zeitliche Verlauf, in denen die jeweiligen Zitate und Quellenangaben im Bild erscheinen, ist als Modulation einer Bewegung beschreibbar, dem Wechselspiel von akzentuierenden Texteinblendungen, Einstellungswechseln, pulsierenden Körpergesten und musikalischen Verlaufsformen.





Die Zitate, die auch als TextDiegetic annotiert wurden, sind im Movie Barcode als dunklere Balken zu erkennen – mit unterschiedlicher Höhe aber gleicher Dauer.

Die ersten beiden Zitate koinzidieren mit Einstellungs- und Musikwechseln. Vor allem anhand der musikalischen Wechsel ist die Strukturierung der durchgehenden Bewegung zu erkennen.

Abb. 20: 
Abb. 20: "Konsens der Experten" (Min. 23-25)

Mit dem ersten Musikstück ist eine Logik des Pars pro Toto verbunden: Auf die Frage Und was sagt eigentlich die Wissenschaft dazu? folgt ein kurzer Einspieler des YouTube-Kanals Jung&Naiv von der Bundespressekonferenz, ein kurzes Statement von Prof. Dr. Quaschning, der als Stellvertreter (der Wissenschaft) aufgerufen wird. 


Mit dem nächsten Stück beginnt eine Ausweitungsbewegung, wobei das klanglich reduzierte Musikstück – der Loop der Melodie eines einzelnen Synthezisers – zunächst im Kontrast zur Rede Rezos über die Initiative von 26.000 Wissenschaftler*innen und einer eingeblendeten großen Namensliste steht.


Abb. 21: Zweites Musikstück und Namensliste
Abb. 21: Zweites Musikstück und Namensliste

Die kürzere Einstellung ist wiederum als Rollenprosa einer Nebenbemerkung durch eine energetische Gestik akzentuiert.

Synchron zum Stichwort Und die sagen halt alle setzen (abrupt) ein breiter Streicher-Teppich sowie weitere Percussion-Effekte ein. Ein neues Stück beginnt, das in der Tonmontage jedoch nach einer fortgesetzten Erweiterung der Instrumentierung klingt. Gleichzeitig minimiert sich die Namensliste und es fährt ein erstes Zitat ins Bild: Die derzeitigen Maßnahmen reichen bei weitem nicht aus. Der Eindruck eines gemeinsamen Sprechens (der Wissenschaftler*innen aber auch das Unisono mit Rezo) entsteht nicht zuletzt dadurch, dass die Zitate hier mit den Einstellungswechseln und Rezos Rede synchronisiert sind.

Darüber hinaus geht der nächste musikalische (Stimmungs-)Wechsel mit dem Verschwinden des zweiten Zitats (ohne tiefgreifenden und konsequenten Wandel ist ihre Zukunft in Gefahr) einher – nämlich ein vertikales Sich-aus-dem-Bild-Schieben –, während Rezo davon spricht, dass die Zukunft aller zukünftigen Generationen dann einfach im Arsch sei. Synchron zum Wort einfach verklingt die vorherige Instrumentierung und es setzt eine elegische, getragene Klaviermelodie ein, deren Tonwiederholungen einen Nachhall-Effekt hervorrufen.

Abb. 22a: Steigerung und gemeinsames Sprechen
Abb. 22a: Steigerung und gemeinsames Sprechen

Abb. 22b: Umbruch
Abb. 22b: Umbruch

Es sind gerade diese Umbrüche einer sich modulierenden Bewegung als Beats der Argumentation, die in einem Fall ein gemeinsames Sprechen expressiv gestalten und im anderen Fall den Ausdruck eines zerstörerischen Einschnitts, der betrauert wird. 


Dabei werden Körpergesten Rezos aus einem früheren Segment Was müssen wir tun?“ (siehe Gif) aufgegriffen – insbesondere die einer aufsteigenden Spiralbewegung, aber auch eine wiederkehrende Schlusstrich-Geste, die jeweils audiovisuell figuriert wird. Ist es im vorliegenden Fall vor allem die Bewegung des Zitats, so ist es im früheren Segment das Zusammenspiel von Rezos Körpergeste (das Ziehen einer Linie mit den Händen) und jenem Umschlagspunkt, welcher in einer eingeblendeten Graphik mit einem zeitlich interpretierten Ende im Gelände markiert ist.

In dieser Figuration steckt bereits eine für die rhetorische Situation zentrale Ambivalenz: Zum einen markiert der Umschlagspunkt das Bedrohungsszenario, das es zu verhindern gilt, zum anderen ist der Kippmoment – das Ende – aber auch noch auf diese aktuelle Zukunft und ihr Verhindern zu beziehen, nämlich als der Versuch eines aktiven Intervenierens.

Abb. 23: Spiralen und
Abb. 23: Spiralen und "Ende im Gelände", Min. 12

In gewisser Weise vollzieht das folgende Segment einen Übergang zwischen einem skizzierten, expressiv figurierten Bedrohungsszenario und dem Formieren einer intervenierenden Protestgemeinschaft. Wie bereits im zweiten Segment wird hier ein gemeinsames Sprechen vorbereitet. Nur dass es dieses Mal kein Unisono ist, sondern ein polyphones (bzw. polyrhythmisches). In diesem Sinne lassen sich durchaus die Heterogenität und affektiven Spannungen herausstellen: die getragene Musik, die nicht durchgehend in der Prosodie des Sprechens aufgenommen wird; die Einblendung „Würde n paar Stunden dauern alle zu zeigen“, die das Verschwinden der Namensliste begleitet und in ihrer Tonalität bzw. Umgangssprachlichkeit auf das Ethos des Sprechens zu beziehen ist.

Der von Rezo in der längeren Einstellung gesprochene Satz lässt sich als Zusammenfassung der bisherigen audiovisuellen Rede begreifen. Wobei zentrale Begriffe von markanten Gesten begleitet werden: so etwa zum Wort „Experten“ das Formen eines Kreises durch das gegenläufige Umeinander-Rollen beider Hände. 

Abb. 24: Überleitung und Zusammenfassung
Abb. 24: Überleitung und Zusammenfassung

Abb. 25a:
Abb. 25a: "die Experten"


Die in diesem Fall als Ersetzungsgeste (hier die Entsprechung von Profis und Experten) fungierende Geste...


...kehrt ein zweites Mal wieder bei „kleiner Verkacker“, jedoch mit leicht abweichender Bewegungsqualität, scheint sie sich doch für einen kurzen Moment fortzusetzen und die linke Hand noch einmal nach oben nachzuschieben.

Abb. 25b:
Abb. 25b: "kein kleiner Verkacker"

Die Idee eines Austausches – die Auslegung des aktuellen Kurses von SPD und CDU als kleiner Verkacker – wird gerade durch die spezifische Variation der Geste negiert, wenn die im Vergleich stärkere Bewegungsqualität noch die Zuschreibung klein kontrastiert. Schließlich lässt sich diese Gestalt in der angedeuteten Fortführung des Kreises noch auf die vorherigen gestischen Spiralbewegungen beziehen, die eine in die Zukunft projizierte Zunahme figurieren und damit gerade jenes skizzierte Bedrohungsszenario aufrufen. 

Damit findet eine Verschiebung zum Stichwort des aktuellen Kurses statt, welches wiederum begleitet wird von schnell getakteten Aufs und Abs beider Hände, die dabei schnell seitlich, parallel verschoben werden. Nicht zuletzt in dieser gestischen Differenz, in dem Bezug dieser Gesten als Ausdruck unterschiedlicher Zeitformen wird ein Handlungsdruck der rhetorischen Situation ausgemacht. 

Abb. 25c:
Abb. 25c: "aktueller Kurs...kein kleiner Verkacker"

Genau in dem Moment, in dem Rezo vom „aktuellen Kurs“ spricht, erscheint ein weiteres Zitat, das den Auftakt bildet zum gleichmäßigen Erscheinen weiterer Zitate im nächsten Abschnitt.

Wie ist nun die Entgegensetzung zweier Formulierungen des „Hier geht es darum“ im Übergang zum nächsten Segment zu verstehen? Was heißt es, wenn Rezo sagt, dass es nicht darum geht, dass „irgendwer (...) eine andere politische Meinung“ hat? Geht es um die Opposition von (rhetorischer) Meinung und wissenschaftlicher Erkenntnis (als Wahrheit)? 

Im Fazit wird Rezo noch einmal auf die politische Meinung zurückkommen und (wiederum) mit Rekurs auf „das nüchterne Ergebnis von tausenden wissenschaftlichen Untersuchungen und die Einschätzung von zigtausenden Experten“ formulieren: „es geht hier nicht um verschiedene legitime politische Meinungen, sondern es gibt nur eine legitime Einstellung und zwar dafür zu sorgen, dass es so schnell wie möglich einen drastischen Kurswechsel gibt.“ (52:11-52:29 min.) Es ist dieses Zitat – die Verquickung von wissenschaftlichen Ergebnissen, politischer Meinung und Legitimität –, das von unterschiedlichen Seiten aufgegriffen wurde und teilweise die Rezeption als Indiz oder Gefahr einer (Meinungs-)Diktatur herausgefordert hat.

Zunächst einmal ist damit genau die Opposition von „aktuellem Kurs von SPD und CDU“ (sprich der regierenden Koalition der Bundesregierung) und einem Konsens von Experten markiert, der einen solchen Kurswechsel einfordert.

Worum es geht, ist gerade die Bestimmung der Lage. Mit der expliziten Benennung „Hier geht es darum“ erfolgt ein weiterer Wechsel der Musik, der sehr kurz durch einen Tusch vorbereitet wird: daraufhin ist ein tieferer Klavierakkord zu hören zusammen mit einem schnelleren, treibenden Percussion-Rhythmus und einer breiten Synthesizer-Klangfläche.

Der zunehmend stärker gestikulierende Vortrag Rezos kontrastiert mit dem gleichmäßigen Zitateinblendungen. Die Formierung einer intervenierenden Gemeinschaft beruht in der Figuration gerade auf diesen polyphonen Rhythmen.

Der Abschnitt endet mit einem Aussetzen der Musik und der Selbstzuschreibung „keine übertriebene, wütende Parole“ zu sein. Dazu ist ein letztes Zitat zu lesen, das dem „Wissenschaftler Bill Nye“ zugeschrieben wird: „Werdet verf*ckt nochmal erwachsen! […] Das hier ist eine ernsthafte Krise, verstanden?!“

Abb. 26: polyrhythmisches Sprechen
Abb. 26: polyrhythmisches Sprechen

Während sich der Schnittrhythmus zunächst be- und dann entschleunigt und Rezo zunehmend ausladendere Gesten vollführt (siehe die orangen Flecken im Barcode), bleibt der Rhythmus der ins Bild fahrenden Zitate konstant gleichmäßig bzw. beschleunigt sich unmerklich. Die Zitate orientieren sich in ihrer Dauer gerade weder an den Einstellungsgrenzen noch der jeweiligen Textmenge der Zitate. 

Dabei handelt es sich um die Übersetzung einer Passage aus einer Folge der HBO-Show Last Week Tonight with John Oliver, in welcher das Finale eines Auftritts Nyes als Wutausbruch inszeniert ist.

Es ist eine Aneignung, die durch die sprachliche Negation („keine übertriebene, wütende Parole“), nicht aufgehoben wird, sondern gerade den Schlusspunkt eines polyphonen Sprechens bildet, das einen Konsens figuriert.

Abb. 27: 
Abb. 27: "Last Week Tonight with John Oliver"

Es handelt sich um einen Ausschnitt aus der Sendung vom 12.05.2019, der in Deutschland auf YouTube seit dem 13.05.2019 verfügbar ist.

Der Konsens lässt sich mit Blumenberg gerade im Sinne des „consensus als Ideal der Rhetorik“ (1986: 112) fassen. Geht es hier primär um eine Übereinstimmung wissenschaftlicher Befunde, Theorien und Aussagen? Mag die Formulierung „Konsens der Experten“ vordergründig noch auf den „consensus ihrer theoretischen Normen“ (1986:125) zielen, gilt der figurierte Konsens und die Rede von der Expertenmeinung – so die Hypothese – bereits einer rhetorischen Normativität und deren Zeitlichkeit. Über das Verhältnis von Wissenschaft und Rhetorik schreibt Blumenberg:

„Auch Theorien werben implizit um ‚Zustimmung, wie es Rhetorik explizit tut. Der entscheidende Unterschied besteht in der Dimension der Zeit; Wissenschaft kann warten oder steht unter den Konvention, es zu können, während Rhetorik den Handlungszwang des Mängelwesens als konstitutives Situationselement voraussetzt – wenn sie nicht mehr ornatus einer Wahrheit sein kann. Es ist deshalb eine Kopie der Prozeßform von Wissenschaft, wenn die Diskussion als Instrument der öffentlichen Willensbildung so betrachtet wird, als sei sie ein Mechanismus rationaler Ergebnisfindung, während sie sich doch gerade ein prinzipielle Unendlichkeit der wissenschaftsförmigen Rationalität nicht leisten kann.“ (1986: 113)

„Die Euphorie hinsichtlich der Beratung öffentlichen Handelns durch Wissenschaft ist zwar etwas abgeklungen, aber die Enttäuschungen an diesem Bündnis beruhen auf der fehlenden Einsicht, daß Gremien von Wissenschaftlern in Ermangelung abschließender Evidenz ihrer Erkenntnisse ihrerseits gar nicht anders verfahren können als die Institutionen, die sie zu beraten haben, nämlich rhetorisch, nämlich auf einen faktischen consensus zielend, der nicht der consensus ihrer theoretischen Normen sein kann.“ (1986: 125)

Die Frage der Dringlichkeit der rhetorischen Situation ist genau auf diese zeitliche Dimension bezogen, wenn als dringliches Problem der aktuelle Kurs von SPD und CDU entfaltet wird, da dieser ein Risiko für zukünftige Generationen darstelle. Eine Gemeinschaft des polyphonen Sprechens, bzw. Rezo als Sprecher dieser Gemeinschaft, der begleitet wird von einem Chor aus Wissenschaftler*innen, interveniert in diese ‚Kursbestimmung‘ und drängt auf einen Kurswechsel.

Diese Opposition wird im Segment Diskreditierung erneut aufgegriffen, wenn es um die Fridays for Future-Debatte geht – das Stichwort der Profis ist bereits ein Vorgriff darauf. Rezo betont dort explizit: Die Wissenschaftler stellen sich auch hinter die Schüler. (Min. 50) Bevor Rezo diese Metapher jedoch sprachlich formuliert, wurde die Erfahrung einer geteilten Position bereits in der gerade analysierten Gemeinschaftsinszenierung figurativ gestaltet.

5. Aktueller Kurs und diskursive Verstrebungen


Für die sich diskursiv entfaltende audiovisuelle Argumentation des Videos – Gegenüberstellung von Gemeinschaften und Bestimmung der rhetorischen Situation – ist der Begriff des Kurses zentral. So durchzieht ein Sprechen vom (aktuellem) Kurs das Video. 


In der zunehmenden Verknüpfung des „Kurses“ mit dem Adjektiv „aktueller“ im Verlauf des Videos tritt stärker die Idee einer Veränderung hervor bzw. scheint noch die Möglichkeit einer Alternative auf: Die Formulierung bereitet vor, was im Fazit direkt angesprochen wird: nämlich den „Kurswechsel“. In dem Verlauf offenbaren sich zwei Dimensionen des Kurses: Zum einen das ‚Sich-auf-einem-Kurs-Befinden und zum anderen das aktive Steuern, d.h. einen Kurs festlegen oder bestimmen. Das meint gerade nicht eine Abfolge von eindeutigen Bedeutungen. Für die rhetorische Situation sind diese Ambivalenzen und Mehrdeutigkeiten von Relevanz und werden im Parcours der audiovisuellen Argumentation moduliert.

Die Verwendung des Wortes „Kurs“ im Feld der Politik – verstanden als Agenda politischer Entscheidungen – ist ein Fall figurativen Sprechens. Von dem lateinischen „currere“ etymologisch abstammend (d. h. ursprünglich „Lauf“ oder „Bahn“) meint der Kurs zunächst die Richtung einer Bewegung im Raum. Diese impliziert jedoch bereits eine zeitliche Dimension, nämlich das Moment der Zukünftigkeit in dem Vollzug einer räumlichen Bewegung, deren Vektor festgelegt ist. In dieser Bedeutung ist das Wort vor allem im Feld der Navigation zu finden.

Für die Entfaltung der Argumentation des Videos ist zentral, inwieweit die Formulierung in ein Netz unterschiedlicher (Körper-)Gesten einbezogen ist. Auch wenn im Intro nicht explizit vom Kurs die Rede ist, so lassen sich doch die schnellen Auf- und Ab-Bewegungen mit beiden Händen, wenn nach der Politik der CDU gefragt wird (Was macht CDU da?), auf die sich vollziehende Thematisierung des Kurses beziehen.






Eine vergleichbare Geste seitlich versetzter Handbewegungen findet sich ebenfalls in einem an Bürger gerichteten „Video-Podcast“ von Angela Merkel zum Thema „Energiewende“ vom 13.04.2019 aus der Formatreihe „Die Kanzlerin Direkt“, die auf unterschiedlichen Plattformen veröffentlicht wird – die Adressierung jeweiliger Plattformen zeigt sich z.B. in horizontalen Zuschnitten. Merkel steht darin zentriert in der Bildmitte – hinter sich ein leerer, offener Raum des Kanzleramtes, der im Bildhintergrund durch eine große Glasfront begrenzt ist – und spricht in die Kamera.

Abb. 28: Still aus
Abb. 28: Still aus "Energiewende"

Die benannte Geste taucht gleich mehrfach auf. Dabei sind die nebeneinander versetzten Handbewegungen klar als abgesetzte Akzentierungen vollzogen. Wie auch die übrigen Gesten – das Heben und Senken einer bzw. gleichzeitig beider Hände – wird diese Geste ruhig, maßvoll in moderatem Tempo, aber bestimmt ausgeführt. 

CLIP 12: „Merkel Notwendige Schritte“

Dies entspricht einer Beschreibung der Bewegungsqualitäten eines CDU-Wahlkampfspots von 2009 in einer ausführlichen Analyse von Dorothea Horst: Ihre Beschreibung der Ausdrucksbewegung des Spots als Erfahrung von gravitas, balance, temperateness, solemnity und stability (Vgl. 2018:135f) trifft noch hier auf die Bewegungsqualitäten der Gesten Angela Merkels zu, die ihre Fingerspitzen sich leicht berühren lässt, wenn sie die Hände vor dem Torso zusammenführt.

Die Klimapolitik wird sprachlich als Reihe von durchdachten Entscheidungen gefasst, die abgestimmt (zusammen) erfolgen bzw. getroffen werden. Mehrfach wird dieses zusammen der Entscheidungen betont, vor allem ein finales mit der Wirtschaft kompatibel, das zeitgleich durch einen weiteren Zwischentitel (Zusammen mit der Wirtschaft) zusätzlich unterstrichen wird. Die Bewegungsqualitäten der expressiven Gesten prägen hier nicht primär die Wahrnehmung Merkels, sondern den Politikstil und die Qualität der Entscheidungen als ruhig, maßvoll durchdachte, einzelne Entscheidungen. 

Dieser Wahlkampfspot ist selbst auf eine Wir-Rhetorik der CDU zu beziehen – nicht alleine im Slogan „Wir haben die Kraft. CDU“ – und artikuliert ein Bild des Kurses, der als kraftvolle Bewegung des Wirs in einer spezifischen Anordnung von (gerichteten und zirkulären) Bewegungsrichtungen inszeniert wird.

Gerade damit werden hier (implizit) Normen und Kriterien formuliert und Anforderungen gestellt an das politische Handeln, d.h. die konkreten politischen Entscheidungen, die getroffen bzw. umgesetzt werden sollen.

Die symbolische Substitution (Blumenberg 1986:124), die auf der Inszenierung einer klaren Machtverteilung gründet, zielt in diesem Fall zentral auf die Prägung eines zusammen und der Entscheidungen als im Einklang mit der Wirtschaft – und appelliert damit an eine Gemeinschaft in Übereinstimmung mit dem Selbstbild der Partei.

„Nicht zufällig konnte ein so abgelebtes Wort wie ‚Reflexion erneut zum Schlagwort werden. Es liegt ein Bedürfnis nach institutionalisiertem Atemholen vor, das auch entscheidungsfähige Mehrheiten auf lange rhetorische Umwege schickt. Es soll sichtbar werden, daß man nicht ‚getrieben wird (wovon auch immer) und nicht das längst Entschiedene bloß noch zu sanktionieren gedenkt.“ (Blumenberg 1986: 122)


Dazu passt der Umstand, dass in „Die Zerstörung der CDU.“ das Wir der CDU in einem Wirtschaftssegment thematisiert wird. Mir geht es an dieser Stelle nicht um die Überprüfung der einzelnen ökonomischen Argumente und ihrer Stichhaltigkeit, vielmehr wird zum einen die Frage aufgeworfen, was tatsächlich mit „Wirtschaft“ gemeint ist, und zum anderen die Frage gestellt, wer schlussendlich von Entscheidungen, die fortlaufend getroffen werden bzw. bereits wurden, profitiert. Mit Blick auf die Klimapolitik der Bundesregierung argumentiert Rezo gerade gegen die (langfristige) Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit des „aktuellen Kurses“. 


Jene Geste der Auf- und Ab-Handbewegungen zu Beginn des Rezo-Videos, die zunächst als eine konventionelle Geste der Dringlichkeit als Nachdrücklichkeit, d.h. Dringlichkeit als Intensität, Geschwindigkeit und Heftigkeit der Gesten, aufgefasst werden kann, lässt sich als expressive Dimension bestimmen, die im weiteren Verlauf moduliert wird. Die Geste wird dabei mit anderen, bereits beschriebenen Gesten in Beziehung gesetzt, die jeweils unterschiedliche Zeitformen figurieren bzw. die Dimension der Zukunft anders aufrufen – sei es das horizontale Ziehen einer Linie mit beiden Händen oder die in die Höhe aufsteigende Spiralbewegung oder das seitliche Verschieben beider Hände mit gleichzeitigen, abgesetzten, schnellen Auf- und Ab-Bewegungen, in welcher die räumliche Bewegung als geordnete zeitliche Form erfahren wird, als das zeitliche Nacheinander einer Abfolge.

CLIP 13: „Aktueller Kurs“

Wenn das Rezo-Video durchaus als Einspruch gegen das in diesem Videopodcast vermittelte Bild der Klimapolitik betrachtet werden kann, dann betrifft dies nicht allein die Argumente einer sprachlich formulierten Gegenrede, sondern die Dimension einer expressiven Adressierung. Dabei geht es mir, wenn ich die Aneignungen bestimmter Gesten und Relationierung bestimmter Adressierungsprinzipien als diskursive Verortungen beschreibe, nicht um die Frage einer intendierten oder unbewussten Bezugnahme auf den einzelnen Videopodcast – die Frage etwa ob Rezo dieses Video gesehen hat. Der Videopodcast von Angela Merkel steht selbst wiederum im Zusammenhang zahlreicher weiterer audiovisuellen (Selbst-)Darstellungen bzw. ist selbst als eine spezifische Aneignung von zirkulierenden, sich wiederholenden Gesten und Argumenten zu sehen – nicht zuletzt bezogen auf ein rhetorisches Ethos.



Mit diskursiver Verortung möchte ich einen wechselseitigen Prozess bezeichnen aus Bestimmen und Bestimmt-Werden, welcher immer schon beide Seiten einer Relation betrifft und nicht als einseitiger, intentionaler Akt der Positionierung zu fassen ist. 

Eine stilistische Bezugnahme auf das Rezo-Video liegt nahe in einem weiteren (späteren) Videopodcast der Bundeskanzlerin, der sich ebenfalls mit der Klimapolitik der Bundesregierung beschäftigt – betitelt Klimawandel und veröffentlicht am 06.07.2019. Vergleicht man die Movie Barcodes der beiden Videos fällt auf, dass im späteren, Inserts und eine Nahaufnahme (vor dem zweiten roten Zwischentitel) eingesetzt werden.

Abb. 29a+b: Vergleich der Movie Barcodes zu den Video-Podcasts
Abb. 29a+b: Vergleich der Movie Barcodes zu den Video-Podcasts "Energiewende" (13.04.2019) und "Klimawandel" (06.07.2019)

Für die spezifische Logik der Artikulation der rhetorischen Situation sind je unterschiedliche mediale und generische Bezüge, die als divergente Aneignungen von Adressierungsformen analysiert werden können, durchaus relevant: Sei es im Falle des Merkel-Videopodcast die alljährliche Fernseh-Neujahrsansprache der Bundeskanzlerin, die ebenfalls in der Mediathek der Bundeskanzlerin-Homepage zwischen anderen Videopodcasts gelistet wird, oder im Falle Rezos nicht nur die eigenen YouTube-Kanäle oder die Aneignung von Jung&Naiv (und dass meint eben nicht nur verwendetes Schnittmaterial), sondern auch Formen der Interaktion mit Einblendungen und eingespielten Clips wie sie in (politischen) Late Night Shows global populär sind und vor allem auch über das Internet rezipiert werden (wie etwa die HBO-Show Last Week Tonight, deren main story tonight als ca. 20-minütiges Video zusätzlich auf YouTube hochgeladen wird). 

Die Aneignungen – konkrete Zitate und Referenzen wie Modi der Adressierung – können als Abdrücke der Poiesis eines spezifischen Medienkonsums betrachtet werden, der sich in unterschiedlichen Geschmacksgemeinschaften und Gemeinschaften eines spezifischen Mediengebrauchs verortet. Vgl. Kappelhoff 2018: 15ff.

Für die rhetorische Situation des Rezo-Videos ist es entscheidend, dass es sich als YouTube-Video präsentiert: d.h. nicht nur als ein Video, das über Computer (inklusive Smartphones) zugänglich ist und diesen als Interface selbst adressiert, sondern auch in multiplen diskursiven Verortungen in unterschiedlichen Systemen und Zusammenhängen – zwischen (verlinktem) Printjournalismus, wissenschaftlichen Studien, politischer Satire, politischer Berichterstattung auf YouTube und eigener (Follower-)Community – politische Kommunikation als YouTube-Clip gestaltet. Nicht nur prägen die Aneignungen die (politische) Kommunikation des Videos, die enge Bindung des Videos an YouTube prägt selbst noch die Wahrnehmung von YouTube als Community und Plattform. Schließlich sind die diskursiven Verortungen zentral für das rhetorische Ethos und Gefallen, das ‚delectare: zielt das Video nicht zuletzt auf das Geschmacksurteil der Zuschauer*innen in Bezug auf Politikvermittlung. Das Video trifft dabei auf durchaus heterogene Gemeinschaften, zwischen denen es selbst Berührungspunkte etabliert in der Explikation einer rhetorischen Situation und der Adressierung einer intervenierenden Gemeinschaft gegen den aktuellen Kurs von SPD und CDU.




6. Fazit


Ausgehend von der Frage nach der rhetorischen Situation des YouTube-Videos „Die Zerstörung der CDU.“ habe ich mich in dieser Studie auf eine Analyse der audiovisuellen Adressierung konzentriert. Zunächst galt es zu zeigen, inwieweit die Adressierung des Videos als audiovisuelles Bild des Sprechens zu fassen ist, auch wenn die Rede des YouTubers Rezo hinsichtlich Argumentation, diskursiver Metaphern und direkter sprachlicher Anrede der Zuschauer ohne Frage von Relevanz ist. Mit Blick auf das Intro des Videos habe ich zunächst versucht, entscheidende Aspekte dieses audiovisuellen Sprechens darzulegen: die grundlegende Figuration expressiver Akzente als Beats der Argumentation, das Körperbild Rezos wie dessen affizierender und bedeutungskonstituierender Gestik im Zusammenspiel mit dem gesprochenen Wort.


In expliziten sprachlichen Anreden (wie etwa die Opposition: „Die Alten – nicht wir“ Min. 53) aber auch durch verwendeten Slang und Sprachstil („Dulli“ versus „Diggi“) wird die Zuschauer*in im Wir der Jugend adressiert. Das Ethos (sowohl im Sinne der Glaubwürdigkeit als auch im Sinne des Gefallens) zielt gerade auf dieses ‚Sprechen der Sprache der Jugend. Dabei ist jedoch entscheidend, dass die Adressierung hier immer auch schon ein Sprechen einer Gemeinschaft meint, die durch das audiovisuelle Sprechen selbst konstituiert wird – als Einspruch und Intervention gegen den aktuellen Kurs von SPD und CDU. Die Zuschauer*in wird gerade als Teil dieser intervenierenden Gemeinschaft aus junger Generation und einem Konsens der Experten adressiert, die sich gegen den aktuellen Kurs von SPD und CDU ausspricht.


Vgl. auch das am 24.05.2019 auf „Rezo ja lol ey“ hochgeladene Video „Ein Statement von 90+ Youtubern“, das gerade eine solche Gemeinschaft beschwört und auf den figurierten Konsens des „Zerstörung der CDU.“-Videos zu beziehen ist. 

Die mit Zwischentiteln markierte Struktur des Videos ist dabei keine Abfolge ‚abzuklappernder Themenblöcke. Die skizzierten Problemfelder sind als Dramaturgie einer Argumentation aufzufassen, die nicht bloß eine Abfolge von dargelegten Argumenten und Fakten meint, sondern auf einen affektdramaturgischen Parcours zu beziehen ist und virulent ist für die Entfaltung der rhetorischen Situation. Die Strukturierung des audiovisuellen Sprechens, die mit Blick etwa auf die diskursive Modulation von Gesten und Metaphern als offenes Netz von Bedeutungen und Bezüglichkeiten zu denken ist, verschränkt argumentative und affektive Bewegungen. 

Abb. 1: Gliederungsstruktur durch Zwischentitel
Abb. 1: Gliederungsstruktur durch Zwischentitel

In einem Gesamtverlauf des Videos sind die Szenen-Einheiten zusammen mit dominanten Gestaltungsebenen abgebildet: (30a) etwa dem (recht gleichmäßigen) Rhythmus der wechselnden Einstellungen, wobei einzelne längere herausstechen. 

(30b) In der Makrodarstellung des Movie Barcodes erkennt man das auffällige Herausstechen von Einblendungen und eingeschnittenen Clips. Diese „FoundFootage“-Clips (siehe Spur darunter) lassen sich in drei Gruppen (Experten, Politiker, Militär) sortieren. (30c) Politiker-Footage (rot) ist häufig mit einer „happy“-Musikstimmung (orange) verknüpft. 

(30d) Anhand der Spitzen in der Lautstärke-Waveform (siehe hellgelbe, schmale Linien) sind die Zwischentitel der Szenen-Wechsel zu identifizieren. 

Abb. 30e


Im Sinne der hier verfolgten Analyseperspektive würde der isolierte Verweis auf die musikalischen Stimmungswechsel als Beleg des affektdramaturgischen Verlaufs alleine zu kurz greifen. Die Musik ist jedoch als dominante Inszenierungsebene durchaus hilfreich, Umschwünge der Affizierung abzulesen, so insbesondere das wiederkehrende, längere Musikstück, das als „sad“ annotiert wurde – zuletzt prominent am Schluss. (siehe rote Kreise in 30e) Ein Muster, das bereits in der Analyse der zweiten Szene („Gewinner und Verlierer“, Min. 2-5) zu sehen war – nämlich die Ablösung von einer angespannten zu einer harmonischen Tonalität der Musik (bzw. einer audiovisuell ironisch figurierten Stimmung) –, wiederholt sich insbesondere nach den Stellen, die von jenem längeren Musikstück begleitet werden: etwa in der zweiten Hälfte der Szene „Krieg“ (grüne Szenenannotation) bei Min. 36-37. Aber auch die vierte Szene „Pure Inkompetenz“ (Min. 25-29) und das darin dominante Prinzip des satirischen Bloßstellens ist im direkten Anschluss an jenen figurierten Konsens der Klimakrise (Min. 23-25) vor allem als Wechsel der Modalität mit Bezug auf den affektdramaturgischen Parcours zu greifen. Damit lässt sich gerade eine Ebene der durchgängigen audiovisuellen Strukturierung bestimmen, in welcher der affektdramaturgische Parcours nicht mit der ausgestellten ‚Kapitelstruktur in Deckung zu bringen ist.



Das längere tense-Musikstück (Min. 12-14) begleitet jenen Abschnitt zum bedrohlichen Zukunftsszenario („Was müssen wir tun?“).

Mit Blick auf die Beats der Argumentation lässt sich zeigen, inwieweit die leibliche Adressierung der Zuschauer*in integraler Bestandteil der audiovisuellen Argumentation und Gemeinschaftsbildung ist.

In die Adressierung einer rhetorischen Situation ist dabei die Dimension der Reflexion eingezogen, die selbst noch auf die Wahrnehmung zu beziehen ist. So geht es nicht um die bloße Verdopplung einer expressiven Adressierung durch eine konkrete Zuschauer*in, den reinen Nachvollzug einer Wahrnehmung als Reiz-Reaktions-Schema. Das Drängende des analysierten Körperbildes etwa, das in den Dynamiken seiner Intensität und Vitalität immer schon von verkörperten Zuschauer*innen (inter-)affektiv erfahren wird, ließe sich sowohl als Drängeln wie als notwendiges Dringen verorten. Dabei meint der Prozess des Verortens hier sowohl ein Moment des reflexiven Medienkonsums von Adressierten, der selbst immer schon auf weitere diskursive Verortungen bezogen ist, wie auf der anderen Seite die diskursiven Verortungen einer audiovisuellen Rhetorik, die selbst schon (Geschmacks-)Urteile – nicht zuletzt in jeweils spezifischen Aneignungen anderer Bilder und Expressivitäten – ausbildet. 






Diese Geschmacksurteile hinsichtlich des rhetorischen Ethos und ‚delectare sind mit Hannah Arendt (1992) durchaus in einer politischen Dimension zu denken und aufs engste mit Prozessen der Gemeinschaftsbildung verknüpft (Kappelhoff 2016).

Dass der Umgang und Gebrauch des Videos sich auch von der Adressierung und den konkreten Bewegungsbildern ablösen kann ohne sich je ganz vom Video als Gegenstand und Wahrnehmungsrealität zu trennen, ist ersichtlich z. B. anhand der ersten Kommentare unter dem Video, die bereits kurz nach dem Hochladen (am 18.05.19 um 17:04) gepostet werden: 

„WIR SIND KEINE BOTS“ (17:04), „1 kommi ❤️“ (17:05), „Darauf hat jeder gewartet.“ (17:05), „Yeah Erster 😂“(17:05), „Endlich mal wieder sowas“ (17:05)

Dass sich Diskussionen über Bewegtbilder abseits deren Wahrnehmung entspinnen können, ist vermutlich nicht überraschend und ließe sich auch für Kinoproduktionen in Anschlag bringen. Für die rhetorische Situation des YouTube-Videos ist jedoch entscheidend, inwieweit der Umgang mit dem Video gerade selbst noch Teil der Situation ist, etwa die im YouTube-Interface prominent platzierten Klickzahlen der Aufrufe (views), die zunächst einmal nichts darüber aussagen, wie viele Personen tatsächlich das Video komplett gesehen haben.


Abschließend möchte ich noch einmal den Offenen Brief der CDU aufgreifen, in dem zu lesen ist:

„Die Währung von YouTubern sind Klickraten. Die Währung einer Volkspartei wie der CDU ist Vertrauen.“

Die reduzierte Entgegensetzung ließe sich gleich in mehrere Richtungen kritisieren: So werden andere Formen der Interaktion wie Kommentare, Likes oder Abonnieren nicht berücksichtigt. Zum anderen könnte man fragen, ob die Währung von Politiker*innen in einer solchen Perspektive nicht Wahlstimmen sind. Vor allem aber zielt die Entgegensetzung von Klicks (als quantitativer Größe) und Vertrauen (als qualitativem Wert) auf eine Rahmung des Videos im Zusammenhang ökonomischer Interessen (wie es etwa auch in der FAZ diskutiert wurde). Die Reduktion auf Klicks lässt andere Begriffe und Prozesse außen vor: etwa Aufmerksamkeit, Bindung oder Identifikation. 

Schließlich wird außer Acht gelassen, inwieweit in der Personen-bezogenen ‚Imagebildung, der Frage eines rhetorischen Ethos bzw. eines Gefallens als affektiver Bindung, durchaus größere Gemeinsamkeiten bestehen, die sich auch kritisch auf das Rezo-Video wenden lassen. Gerade in der Überschneidung verschiedener Logiken in der Adressierung des Videos und nicht zuletzt in der Relationierung verschiedener gesellschaftlicher Systeme als YouTube-Video ist eine zentrale Dimension der rhetorischen Situation zu fassen, die das Video „Die Zerstörung der CDU.“ in ihrem intervenierenden Einspruch adressiert.










Literatur


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Filmographie


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„Die Zerstörung der CDU.“ (Rezo ja lol ey, 18.05.2019, https://www.youtube.com/watch?v=4Y1lZQsyuSQ, zuletzt aufgerufen am 30.03.2020)

„Die Zerstörung von 2Boughs Image und allen Bewertern auf YouTube.“ (Rezo ja lol ey, 01.01.2019, https://www.youtube.com/watch?v=DQav1nhtTc0, zuletzt aufgerufen am 30.03.2020)

„Ein Statement von 90+ Youtubern“(Rezo ja lol ey, 24.05.2019, https://www.youtube.com/watch?v=Xpg84NjCr9c, zuletzt aufgerufen am 30.03.2020)

Energiewende (Die Kanzlerin direkt, 13.04.2019, https://www.bundeskanzlerin.de/bkin-de/mediathek/die-kanzlerin-direkt/merkel-klimaschutz-ist-wichtiger-teil-unserer-arbeit-1600712!mediathek?query= zuletzt aufgerufen am 30.03.2020)

„Entweder / Oder Challenge mit JanaxNell“ (Rezo ja lol ey, 21.10.2018, https://www.youtube.com/watch?v=kjG8jg3x4eQ, zuletzt aufgerufen am 30.03.2020)

„Gerüchte über mich... Wahrheit oder Quatsch?“ (Rezo ja lol ey, 30.03.2019, https://www.youtube.com/watch?v=z-I3om6UzSQ, zuletzt aufgerufen am 30.03.2020)

„Green New Deal: Last Week Tonight with John Oliver (HBO)“ (LastWeekTonight, 12.05.2019, https://www.youtube.com/watch?v=JDcro7dPqpA, zuletzt aufgerufen am 08.05.2020)

„Ich entlarve Propaganda zu Artikel 13“ (Rezo ja lol ey, 17.03.2019, https://www.youtube.com/watch?v=iNpB73CAdL8, zuletzt aufgerufen am 30.03.2020)

„Ich finde raus welcher YouTuber zu mir passt! Liebesquiz“ (Rezo ja lol ey, 04.10.2018, https://www.youtube.com/watch?v=CJUqTa2W-eoeo, zuletzt aufgerufen am 30.03.2020)

Klimawandel (Die Kanzlerin direkt, 06.07.2019, https://www.bundeskanzlerin.de/bkin-de/mediathek/die-kanzlerin-direkt/klimapolitische-anstrengungen-verstaerken-1645850!mediathek?query= zuletzt aufgerufen am 30.03.2020)

Kramp-Karrenbauer löst Debatte um Regeln für Medien aus (Tagesschau/ Bericht Arnd Henze, 28.05.2019 20.08 Uhr, https://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-545369.html, zuletzt aufgerufen am 07.04.2020)

„Leise sein & dauer Lachflash 😂 | mit Julien Bam und Joeys Jungle“ (Rezo ja lol ey, 02.06.2019, https://www.youtube.com/watch?v=KDGdsT3rwDo, zuletzt aufgerufen am 30.03.2020)

„Meine neue Wohnung! (Roomtour, Party, Gäste, alles)“ (rezo, 18.02.2018, https://www.youtube.com/watch?v=0B8gMiSlngI, zuletzt aufgerufen am 30.03.2020)

„Neujahrsansprache der Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland, Angela Merkel, am 31. Dezember 2019“ (Die Kanzlerin direkt, 31.12.2019, https://www.bundeskanzlerin.de/bkin-de/mediathek/die-kanzlerin-direkt/merkel-neujahrsansprache-2019-1704090!mediathek?query=, zuletzt aufgerufen am 08.05.2020)

„Schockball Challenge mit Julia Beautx“ (Rezo ja lol ey, 26.05.2019, https://www.youtube.com/watch?v=bSkDLNO8y3M, zuletzt aufgerufen am 30.03.2020)

„TANZVERBOT macht die ROBBE 😂 Youtuber REMIXEN mit Julien Bam und Anni“ (rezo, 22.12.2018, https://www.youtube.com/watch?v=kfj7Opc0R5E, zuletzt aufgerufen am 30.03.2020)

„Unsere Wohnung – Erste Roomtour!“ (rezo, 03.08.2018, https://www.youtube.com/watch?v=-ECSuTVby80, aktuell privat gestellt)

„Wenn SCHULFÄCHER Rapper wären | mit Julia Beautx“ (rezo, 18.11.2018, https://www.youtube.com/watch?v=hv31vOJzpps, zuletzt aufgerufen am 30.03.2020)

„Wir machen Tik Tok Memes! Mit Julien Bam“ (Rezo ja lol ey, 17.01.2020, https://www.youtube.com/watch?v=wSO2BSVY9Sg, zuletzt aufgerufen am 30.03.2020)






























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